Die Handy Aktion
Baden-Württemberg

 

In deutschen Schubladen liegen schätzungsweise 124 Millionen ungenutzte Mobiltelefone und damit sehr viele hochwertige Rohstoffe. Viele Geräte landen auch im Restmüll und die Rohstoffe sind unwiederbringlich verloren. Daher beteiligen sich die Initiative EINE WELT Köngen und der Köngener Weltladen gemeinsam seit 2015 an der Handyaktion Baden-Württemberg, die seit 2017 unter dem Motto „fragen. durchblicken. nachhaltig handeln!“ Kooperationspartnerin der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg ist und vom Umweltministerium unterstützt wird. Schirmherr ist Umweltminister Franz Untersteller.

In Köngen wurden bisher (Stand Januar 2020) unter dem Motto „Raus aus der Schublade und rein in die Box“ 2.542 Geräte gesammelt. Damit konnten durch umweltgerechtes Recycling 22.878 Gramm Kupfer, 381,30 g Silber und 63,55 Gramm Gold zurückgewonnen werden. Der DEKRA-auditierte Rücknahme- und Datenlöschprozess garantiert einen fachgerechten Umgang mit den gespendeten Geräten.

Eine einfache Rechnung: Um 1 Gramm Gold aus Golderz zu gewinnen, müssen 2 t Gestein abgebaut werden. Mit dem Goldgehalt der in Köngen gesammelten Geräte entsprechen dem von 127 t Gestein. Oder: Der Goldgehalt vom 20 Handys entspricht dem Gehalt von 1 t Golderz.

Gesammelt werden Handys, Smartphones, Tablets, ebook-Reader, Mobilfunkgeräte, die mit SIM-Karten genutzt werden sowie Zubehör (Ladegeräte, Kopfhörer).

Im Trägerkreis haben sich verschiedene Organisationen aus Baden-Württemberg zusammengeschlossen, die gemeinsam aktiv sind. Sie kommen aus der Jugendarbeit, aus Kirche und Zivilgesellschaft, Aktionsgruppen, Fachdiensten und Eine Welt-Organisationen: Aktion Hoffnung, Brot für die Welt, DEAB, DIFÄM, DIMOE, EJW, EPiZ, Evangelische Landeskirche in Baden und Evangelische Landeskirche in Württemberg.

Die Handy-Aktion verfolgt folgende Ziele:

  • Bildungsarbeit zu ethischen Fragestellungen entlang der Wertschöpfungs- und Nutzungskette (Rohstoffe, Produktion, Nutzung, medienpädagogische Fragen, Entsorgung und Recycling, Alternativen)
  • Konsumkritisches Bewusstsein herausbilden
  • Ausbildung von Multiplikator*innen
  • Handlungsorientierungen anbieten („Was kann ich tun, damit es besser wird?“)
  • Vorstellung alternativer Ansätze wie z.B. Fairphone, Faire Maus, Repair-Cafés u.a.
  • Politische Veränderungen einfordern (fairer Einkauf von Rohstoffen, Verbesserung der Produktionsbedingungen)
  • Unterstützung bei der Durchführung von  dezentralen Handy-Sammelaktionen und ordnungsgemäßes Recycling
  • Beitrag leisten zur Umsetzung der Agenda 2030 und der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals), besonders die Ziele 1, 3, 8, 10, 12, 13, 16, 17

Die Erlöse der lokalen Sammelaktionen werden für nachhaltige Bildungs- und Gesundheitsprojekte von Difäm (Für eine gesunde Zukunft im Kongo), Aktion Hoffnung (Anpassung an den Klimawandel in Uganda) und EJW-Weltdienst (Zukunft durch Ausbildung in Äthiopien) eingesetzt. Mit der Handy-Aktion wird auch auf Missstände hingewiesen und es werden mögliche Alternativen aufgezeigt.

Außer der Organisation der Handysammlung informieren die beiden Köngener Kooperationspartner der Aktion über die Presse und bei Veranstaltungen zu verschiedenen  Aspekten der Lieferkette und zum nachhaltigen Umgang am Beispiel des Mobiltelefons. Sie beteiligen sich seit Jahren an den Nachhaltigkeitstagen Baden-Württemberg. www.nachhaltigkeitstage-bw.de

Hintergrundinformationen zu Rohstoffen, Fertigung, Nutzung, Entsorgung und Alternativen findet man unter www.handy-aktion.de

 

 

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